20 Jahre Bier Guide

von Medianet Admin… 24/04/2019
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20 Jahre Bier Guide

„Wo gibt’s gutes Bier?“ Diese Frage stand im Jahr 2000 als erster Satz in meinem ersten Bier Guide – ich habe sie damals auf 194 Seiten zu beantworten versucht und gerade einmal 777 gute Bieradressen aufzählen können. 20 Ausgaben später ist der Guide auf mehr als den doppelten Umfang angewachsen, auf 450 Seiten stellt er nicht nur die wichtigsten Bierinnovationen vor, sondern auch mehr als 200 Besichtigungs- und Ab-Hof-Verkaufsangebote der in zwei Jahrzehnten ebenfalls auf einen vielfachen Umfang gewachsenen Brauereiszene, vier Dutzend Bierspezialitätengeschäfte und natürlich wieder an die 1200 Bierlokale.

Wie immer gibt es Skurillitäten zu vermelden: Unter den als Innovation ausgezeichneten Bieren des Jahres gibt es beispielsweise ein Imperial India Pale Ale, das mit Brettanomyces-Hefen nachvergoren worden ist.  Vor 20 Jahren haben die meisten Gastronomen noch nicht einmal IPA buchstabieren können, geschweige denn, dass sie etwas von Brettanomyces verstanden hätten. Allein das beweist schon die Weiterentwicklung der Bierkultur, die mein Guide bereits 20 Ausgaben lang begleitet hat. Heute aber gibt es Dutzende Lokale, in denen die Gäste nach immer spezielleren Bieren Ausschau halten – und immer wieder mit neuen Angeboten überrascht werden.

Über all die Fortschritte in Sachen Biervielfalt darf man aber nicht vergessen, dass ein Gast, der einfach ‚Ein Bier‘ bestellt, das Recht hat, ein schön gezapftes klassisches Märzen serviert zu bekommen. Das nämlich macht die österreichische Bierkultur aus: Sie ist enorm vielfältig und gleichzeitig sehr verlässlich. Es gibt ganz bescheidene Wirte, die ohne viel Aufhebens Spitzenqualität beim Bierzapfen bieten. Und es gibt Craftbier-Bars, die verlässlich die interessantesten Spezialitäten an den Zapfhahn hängen. Dahinter stehen Bierbrauer mit Charakter und Bierhändler, die all die guten Biere aus dem In- und Ausland auch an die Theke und ins Regal bringen. Sie werden im aktuellen Bierguide vor den Vorhang gebeten.

Und seit einigen Wochen arbeite ich schon wieder an der 21. Ausgabe, sammle eigene Erfahrung und die Berichte von Freunden und Freundinnen, Leserinnen und Lesern. Seit 20 Jahren bekomme ich als Autor des Bier Guide Post mit Verbesserungs- und Ergänzungsvorschlägen – anfangs oft noch als Fax, meist per E-Mail und oft (vor allem, wenn eine Flasche Bier zu Verkostungszwecken beiliegt) auch ganz herkömmlich vom Briefträger. Oft sind es sehr erfreuliche Nachrichten – etwa in der Art: „Hast Du schon gehört? In meiner Nachbarschaft hat ein ganz tolles neues Bierlokal aufgesperrt!“ Oder, mindestens so erfreulich: „Wir haben eine neue Brauerei aufgesperrt – magst Du nicht gelegentlich vorbeikommen?“ Ja, danke, gerne.

Der Bier Guide lebt davon, dass sich Leute melden, die gute Nachrichten aus der Bierszene mit uns teilen. Und er lebt auch von der Kritik seiner Leser. Denn so euphorisch manche Bierpioniere vermelden, dass sie ein neues Lokal oder eine neue Brauerei gegründet haben, so ungern vermelden sie, dass es eben doch nicht geklappt hat – wer schreibt schon gerne: „Hast Du schon gehört? Ich sperre meine Brauerei wieder zu!“ oder „Ich war zwar bemüht, bin aber trotzdem pleite“? Da ist es hilfreich, wenn Leser des Bier Guide sich melden und die traurige Botschaft übermitteln.

Damit das Neue eine Chance hat, braucht es aber auch die Bereitschaft der Gäste, das Neue zu probieren. Schreiben Sie mir, wo es Ihnen geschmeckt hat, egal, ob in neuen oder alteingesessenen Lokalen – und wo Sie vielleicht enttäuscht waren. Teilen Sie Ihre Erfahrungen – und Ihre Geheimtipps! Und jetzt: Herzliches Prost! 

Conrad Seidl

Bierguide2020@gmx.at