17 Medaillen der DLG für österreichische Biere

von Conrad Seidl 27/02/2026
Nachrichten
17 Medaillen der DLG für österreichische Biere

Berlin - Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat in ihrer Internationalen Qualitätsprüfung 2026 insgesamt 17 Medaillen an österreichische Biere vergeben. Die Auszeichnungen in Gold (16) und Silber (1) verteilen sich wie in den Vorjahren auf große Regionalbrauereien und kleinere Familienbetriebe, die ihre Standardbiere ebenso wie Spezialitäten und Biermischgetränke zur Prüfung eingereicht haben. Für die Brauereien ist die Auszeichnung vor allem ein Instrument der Marktbearbeitung im benachbarten Deutschland, wo das Siegel „DLG-prämiert“ in der Konsumentenwahrnehmung etabliert ist.

Allerdings gab es heuer nur halb so viele Medaillen für Biere aus Österreich wie in vergangenen Jahren. Das kann zwei Gründe haben: Entweder haben diesmal viele Brauereien auf die kostspielige Einreichung verzichtet. Oder etliche der eingereichten Biere haben nicht die erforderliche Punktezahl für eine Prämierung erreicht. 

Die DLG-Qualitätsprüfung gilt in der Branche als technisch und sensorisch anspruchsorientierter Test, der sich deutlich von klassischen Bierwettbewerben mit einmaliger Verkostung unterscheidet, weil jeder Teilnehmer, der gewisse Qualitätsstandards erfüllt, mit einer Bronze-, Silber- oder Goldmedaille belohnt wird.

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen werden jeweils zwei Abfüllungen einer Sorte analysiert, um Geschmacksstabilität, Schaumhaltbarkeit, Trübung, Alkohol- und Extraktgehalt sowie die Deklaration zu überprüfen. In Blindverkostungen beurteilen Experten aus Berlin und Weihenstephan Kriterien wie Sortentypizität, Reinheit des Geschmacks, Qualität der Bittere und Frische. Das Ergebnis wird in Medaillen in Gold, Silber und Bronze umgesetzt, die in der Vermarktung von Herstellern häufig prominent auf Etiketten und in der Werbung platziert werden.

Österreichische Brauereien nutzen diese Teststruktur seit Jahren, um die Qualität ihrer Stammsortimente über eine in Deutschland verankerte Institution dokumentieren zu lassen. Bereits 2012 berichtete etwa die Brauerei Murau von einem „Medaillenrekord“ mit sechs Gold- und zwei Silberauszeichnungen im Rahmen der DLG-Qualitätsprüfung. In den vergangenen Jahren konnten vor allem Stiegl und Murauer regelmäßig größere Medaillenkontingente verbuchen; so gab es 2025 insgesamt 35 DLG-Medaillen für heimische Biere, davon 34 in Gold. Auch kleinere Betriebe wie Huber in St. Johann in Tirol oder Thalheimer ließen ihre Märzen-, Pils- und Weizenbiere prüfen und erhielten Goldbewertungen.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die 17 Medaillen des Jahrgangs 2026 eher bescheiden. Neun Goldmedaillen errang heuer Stiegl, Thalheimer holte vier Goldmedaillen und eine Silbermedaille heim, und jeweils eine Goldmedaille gab es für Baumgartner, Huber und Murauer.

Für die österreichische Bierlandschaft fügen sich die DLG-Ergebnisse in eine Landschaft mehrerer paralleler Bewertungssysteme ein. Neben nationalen Wettbewerben wie der Austrian Beer Challenge und internationalen Formaten wie dem European Beer Star bilden die DLG-Medaillen eine weitere Kennzahl, die Brauereien gegenüber Handelspartnern und Konsumenten ins Treffen führen. In der Praxis stellt dies für österreichische Betriebe einen zusätzlichen Prüfstein dar, der vor allem dort Wirkung entfaltet, wo Export und Markenauftritt am deutschen Markt oder bei deutschen Touristen an Bedeutung gewonnen haben.

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