Wien - Der neue Bier Guide ist da! Vor rund 200 Gästen aus Gastronomie und Brauwesen, aus Medien und Politik, hat Bierpapst Conrad Seidl die 27. Ausgabe des österreichischen Bier Guide im Freiherz im Wiener Uni-Campus präsentiert. Auf 418 Seiten stellt der österreichische Bierexperte die besten Bierlokale, die interessantesten Ziele des Biertourismus und zwei Dutzend neue Biere aus Österreich vor.
Jahr für Jahr dokumentiert der österreichische Bier Guide die Veränderungen der Bierszene – vor allem aber: Wie lebendig diese Szene ist. Es gibt Dutzende neue Lokale und Dutzende neue Biere – und auch in der als unsicher empfundenen Zeit gibt es Brauerei-Neugründungen. In seiner 27. Ausgabe stellt der Bier Guide rund 1100 bieraffine Gastronomiebetriebe vor. „Österreich hat beim Bier eine Vielfalt zu bieten, die weltweit einzigartig ist – das reicht vom schön gezapften Krügel Märzenbier im bodenständigen Gasthaus bis zu exklusiven Angeboten wie mit Sekthefe vergorenen Aperitivbieren.
Renaissance der Bierschwemme
Neben international ausgerichteten Pubs erlebt auch der Lokaltypus der Bierschwemme eine Renaissance. Neben klassischen Bockbieren findet man ein ganz exotisches Ice Cream Sour Ale, das Bierfreunde wohl an die Grenzen ihres Verständnisses dafür bringt, was man eigentlich unter einem Bier versteht“, erläutert Bierpapst Conrad Seidl.
2026 werden Bierlokale hervorgehoben, die eine außergewöhnliche Vielfalt an Bierstilen zu bieten haben, betont Seidl: „Im Schwechaterhof in Steyr gibt es eben nicht nur Schwechater, im Frodos in Obertrum nicht nur Trumer Biere und das Emsbach in Hohenems holt sogar Eigenimporte aus Tschechien ins Land – während auf der anderen Seite die Zapfmeisterei am Wiener Flughafen oder das Freiherz in Wien österreichische Braukultur in moderner Form einem jüngeren Publikum nahebringen.“
Der Bierpapst lobt die Bemühungen der Brauwirtschaft, ihr Angebot mit alkoholfreien Bieren hoher Qualität zu bereichern – betont aber, dass das bloß eine Ergänzung zur etablierten Bierszene sein kann. „Was bleibt, ist die Pflege der traditionellen Bierkultur. Das Lob der innovativen Bierbars. Die Empfehlung jener Wirte, die sich um die Bierpflege bemühen. Und der Brauer, die uns die Biervielfalt liefern, die unsere Bierkultur ausmacht. Ja, diese Biere enthalten zumeist Alkohol – manche sogar ziemlich viel davon. Gut so! Dazu kann, ja: dazu muss man als Bierfreund stehen!“
Biergastronomie braucht eine Bierpreisbremse
In diesem Sinne sei zu hoffen, dass die Brauereien mit ihrer Ankündigung ernst machen, die Gastronomie zu stärken. Es ist aber auch an der Zeit. Denn allein im Jahr 2025 ist der Fassbierabsatz in Österreich um vier Prozent gesunken – seit dem Jahr 2000 hat sich der Fassbierkonsum in Österreich mehr als halbiert. „in der Gastronomie geht vielen Betrieben die Luft aus: Wer sich daran gewöhnt hat, im Supermarkt für eine Kiste Markenbier in Aktion weniger als 15 Euro hinzulegen, tut sich schwer damit, dass er für dasselbe Geld in der Gastronomie nicht einmal drei Krügel Bier bekommen kann. Wenn die Brauereien die bierorientierte Gastronomie tatsächlich unterstützen wollen, dann müssten sie gerade dort eine Bierpreisbremse einsetzen. Wenn Bier im Supermarkt verschleudert wird, schadet das der Bierkultur“, sagt der Bierpapst. Um die Gastronomie und den Bierabsatz dort zu stärken, müssten die Preise im Handel steigen und in der Gastronomie müssten sie tendenziell sinken.