Linz - Der Biertempel liegt in einer Seitenstraße unweit des Linzer Taubenmarktes. Im Schaufenster des Fachgeschäfts stapeln sich seit einiger Zeit verstärkt bunte Aluminiumdosen, auf denen keine bekannten Industriemarken stehen, sondern Namen kleiner Brauereien aus Österreich und dem Ausland. Der Händler setzt damit auf ein Segment, das im heimischen Handel außerhalb weniger spezialisierter Geschäfte bislang nur punktuell sichtbar war: Dosenbiere von Klein- und Kleinstbrauereien, oft in limitierter Auflage und mit experimentellen Stilen.
Damit setzt "Mr. Biertempel" Christian Ruhsam auf eine erst in den letzten Jahren technisch möglich gewordene Entwicklung: Stand Dosenbier noch um die Jahrtausendwende für Massenware aus sehr großen Brauereien, wurde das Füllen von Dosen inzwischen für kleine Brauereien erschwinglich und sinnvoll. Allerdings leiden Dosen noch immer unter Vorurteilen - sie gelten irrigerweise als umweltbelastend und als Symbol für die Macht von Bierkonzernen. Deshalb haben in Deutschland vor 25 Jahren die Mittelstandsbrauer gemeinsam mit der rot-grünen Koalition das Dosenpfand durchgesetzt, was zu einem schweren Schlag für die gesamte Brauwirtschaft geworden ist.
Auch in Österreich wurde das 2025 mit einem extrem bürokratischen Pfandsystem nachvollzogen, das vor allem den Großbrauereien nutzen sollte. Vielen ausländischen Craftbrauerein wurde es zu aufwändig, für die kleinen in Österreich abzusetzenden Mengen eigene Registrierungssysteme aufzubauen.
Biertempel setzt auf Craftbier-Dosen
Inzwischen wissen Kenner: Dosen bieten dem Bier Lichtschutz und sie sind im Transport wegen des geringen Gewichts eine ökologisch attraktive Verpackungsalternative. Zudem können sie gut bedruckt werden und daher dem Bierfreund Informationen liefern, die auf einem Flaschenetikett gar keinen Platz finden könnten.
Für Händler wie den Biertempel schafft dies Spielraum, Nischenprodukte in kleineren Stückzahlen zu beziehen und gezielt an ein Publikum zu verkaufen, das bereit ist, für ungewöhnliche Stile höhere Preise zu akzeptieren. Inhaber Christian Ruhsam hat das Geschäft Anfang 2025 übernommen und die Ausrichtung geschärft. Die vormals stärker präsenten internationalen Industriebiermarken sind in den Hintergrund getreten, um Platz für Spezialitäten kleinerer Produzenten zu schaffen, darunter fassgereifte Biere und saisonale Abfüllungen.
Ruhsam: "Die Implementierung des Dosenpfandes hat es den heimischen Importeuren
wahrlich nicht leichter gemacht, internationale Bierspezialitäten ins Land zu holen. Auch die Importpläne des Biertempels wurden dadurch ordentlich durcheinandergebracht."
Mr. Biertempel hat sich von der Bürokratie-Lawine aber nicht unterkriegen lassen – und kann jetzt die Ernte einfahren. Mit Camba Bavaria, Monyo und Sibeeria sind nun drei internationale Topmarken ins Exklusivportfolio des Biertempels übergegangen – die entsprechenden Dosen sind bereits im Biertempel erhältlich. Natürlich pfandkonform. Und nicht nur im Shop in der Linzer Innenstadt, sondern auch online.
Drei exklusive Biere
Die drei Exklusivimporte aus dem benachbarten Ausland werden das
spezialisierte Sortiment des Biertempels auf eine neue Stufe heben:
Wie keine andere Kleinbrauerei hat Monyo die Craft-Beer-Szene in Ungarn
geprägt und mitgestaltet. Die historische Zusammenkunft, die im
Gründungsjahr 2014 besiegelt wurde, gab die Richtung (nach oben!) vor:
Adam Pein, der als Gastronom auf ein weitverzweigtes Netzwerk
zurückgreifen konnte und Anti Nemeth, berühmtester Heimbrauer des
Landes, machten gemeinsame Sache. Kontakte und Know-How verschmolzen zu
einem Craft-Beer-Powerhouse, das aus der Szene längst nicht mehr
wegzudenken ist.
https://www.biertempel.at/?s=Monyo&post_type=product
Sibeeria hat sich ausgerechnet im Pils-Mutterland Tschechien dem
„Nicht-Pils“ verschrieben. Mit einem Ausstoß von weniger als 5.000 Hektolitern im
Jahr hält man die Brauerei bewusst klein, kompakt und effizient – die
Innovationskraft und das Tempo, das die SiBEERians so vorlegen können
ist nichts weniger als atemberaubend: Pro Jahr kommen ca. 60 neue Sorten
auf den Markt: Von Berliner Weisse bis Alkoholfreie Sauerbiere – je
extravaganter, desto Sibeeria.
https://www.biertempel.at/?s=Sibeeria&post_type=product
Als „Camba“ bezeichnete man früher den Raum in Klöstern, in dem gebacken
und gebraut wurde – das beschreibt das „Kompetenzzentrum“, das sich die
Brauerei Camba Bavaria geschaffen hat, recht gut. In Seeon – im Herzen
des Chiemgaus – ist die Brauanlagen- und Brauereisparte zu einem
Eldorado für Craft-Beer-Experimente verschmolzen. Inklusive Bäckerei und
Taproom. Um all das zu genießen, braucht man ab sofort nicht mehr den
Weg zum Chiemsee anzutreten – Biertempel sei Dank!
https://www.biertempel.at/?s=Camba&post_type=product