Nürnberg - Kleiner, kompakter und effizienter als in früheren Jahren: So will die BrauBeviale, die vom 10. bis 12. November 2026 im Nürnberger Messezentrum stattfindet, ihre Rolle als Arbeitsmesse der Getränkeindustrie neu definieren. Unter dem Motto „All Beverages. One Future.“ richtet sie sich nicht allein an Brauer und Mälzer, sondern an Hersteller und Abfüller von Mineralwasser, Erfrischungsgetränken, Säften, Wein, Sekt und Spirituosen. Im Zentrum steht dabei eine Frage, die viele Betriebe zugleich als Kostenproblem und als Investitionsaufgabe beschäftigt: Wie lassen sich Rohstoffe, Energie, Personal und Verpackung wirtschaftlicher einsetzen, ohne die Flexibilität im Sortiment einzuschränken?
Der Veranstalter Yontex bündelt dafür die Ausstellung entlang der gesamten Prozesskette. Gezeigt werden Rohstoffe, Prozess- und Abfülltechnik, Komponenten, Verpackung, Logistik sowie Vermarktung am Verkaufspunkt. Das Format zielt somit weniger auf die Präsentation einzelner Getränke als auf jene technischen und organisatorischen Schnittstellen, an denen sich Produktionskosten, Ausschussquoten und Durchlaufzeiten beeinflussen lassen. Für kleinere und mittlere Hersteller, die nicht jede Entwicklung selbst erproben können, hat diese Zusammenführung verschiedener Zulieferer eine praktische Funktion: Sie können Anlagenkonzepte, digitale Steuerungen und Verpackungsalternativen in einem Zusammenhang vergleichen.
Der Begriff Effizienz reicht dabei über den Energieverbrauch hinaus. In der Getränkeproduktion betrifft er etwa die Reinigung von Anlagen, die Rückgewinnung von Wärme, den Wasserverbrauch, die Umrüstung zwischen unterschiedlichen Gebinden und Rezepturen sowie die möglichst genaue Planung von Rohstoff- und Verpackungsmengen. Gerade die Ausweitung der Sortimente erhöht den Druck auf standardisierte Prozesse. Wer Bier, alkoholfreies Bier, Limonaden oder Mischgetränke in kleineren Chargen produziert, muss Abfülllinien häufiger umrüsten und Bestände genauer disponieren. Die BrauBeviale reagiert auf diese Entwicklung mit einer breiteren Ansprache alkoholfreier Erfrischungsgetränke; zuvor waren bereits Wein und Spirituosen stärker einbezogen worden.
Nicht nur für die Bierbrauer
Das entspricht einer Verschiebung im Markt. Alkoholfreie Biere und andere nichtalkoholische Produkte sind für viele Brauereien kein Randgeschäft mehr, sondern Anlass, Rezepturen, Verfahren und Vertrieb neu zu ordnen. Die Messe verbindet diese Produktfrage mit der Suche nach Produktionslösungen. Technische Effizienz soll dabei nicht allein die Stückkosten senken, sondern auch kurze Entwicklungs- und Markteinführungszeiten ermöglichen. Das ist für Betriebe relevant, die auf wechselnde Nachfrage reagieren müssen, ohne dafür dauerhaft hohe Lagerbestände aufzubauen.
Neu geordnet wird auch der Messebesuch selbst. Die Veranstaltung nutzt heuer nur mehr die Hallen 6 bis 12; der Veranstalter verweist auf eine optimierte Besucherführung. Die Aussteller- und Produktdatenbank führt derzeit 774 Aussteller. Zum Vergleich: 2019, bei der letzten Ausgabe vor der Corona-Pandemie, waren es gut ein Drittel mehr, nämlich 1088 - und die schon stark verkleinerte Ausgabe 2024 zählte 858 Aussteller.
Damit gewinnt die Vorauswahl an Gewicht: Wer Maschinen, Dienstleistungen oder Materiallieferanten gezielt vergleichen will, kann Termine und Wege vorab bündeln, statt die drei Messetage nur als Überblicksveranstaltung zu nutzen.
Zum Rahmenprogramm gehören die Main Stage und die Pilot Area in Halle 9 sowie die Discovery Bar in Halle 6. Unter dem Leitthema „Time for Opportunities“ sollen Vorträge, Diskussionen und Pilotprojekte Fragen der Branche aufnehmen. Die Verbindung von Ausstellung und Fachprogramm ist für die Veranstalter Teil des Versuchs, aus allgemeinen Debatten über Nachhaltigkeit, Kosten und Innovation umsetzbare Entscheidungen abzuleiten. Ob daraus Investitionen werden, entscheidet sich freilich nicht auf der Messe allein. Sie kann jedoch den Vergleich erleichtern: zwischen einer neuen Abfülltechnik und der Modernisierung bestehender Linien, zwischen Materialwechsel und Mehrweglogistik, zwischen zusätzlicher Produktvielfalt und einer Produktion, die diese Vielfalt auch zuverlässig bewältigen muss.