Öko-Brauerei Riedenburg im Altmühltal baut kräftig aus

von Conrad Seidl 06/03/2026
Nachrichten
Öko-Brauerei Riedenburg im Altmühltal baut kräftig aus

Kelheim - Zwischen Wachstumsdelle und Strukturwandel der Branche verfolgt das Riedenburger Brauhaus seinen eigenen Kurs und baut im Naturpark Altmühltal die Kapazitäten aus. Die Bio-Brauerei liegt am Rand der Stadt Riedenburg zu Füßen der Hänge des Altmühltals, umgeben von Hopfengärten, Ackerflächen und Wanderwegen, die die Region als Ferienlandschaft prägen. Touristische Angebote wie Radwege entlang der Altmühl und der Blick auf Kalkfelsen und Mischwälder bilden die landschaftliche Kulisse für eine Brauerei, die seit 1994 ausschließlich ökologische Bierspezialitäten herstellt.

Brauen ohne fossile Energie

Kern der aktuellen Investition ist ein Neubau, in dem Mitte Februar 18 Biertanks und ein Trebersilo installiert wurden. Die bis zu rund sieben Meter hohen Tanks wiegen leer etwa 2,5 Tonnen und fassen jeweils bis zu 20.000 Liter; sie wurden per Kran durch eine Dachluke in das Gebäude gehoben und dort montiert. Geliefert und eingebaut wurden die Behälter von der Gresser Behälter- und Anlagenbau GmbH aus Regensburg, das Trebersilo ist Teil eines Konzepts, das Nebenprodukte im regionalen Wirtschaftskreislauf halten soll. Die Brauerei versteht diese baulichen Schritte als technischen Rahmen für eine künftige Produktion, die ohne fossile Energieträger auskommen soll.

Im geplanten Erlebnisbereich wird Brauen für Gäste sichtbar: Besucher sollen während der regulären Öffnungszeiten die Arbeit aus nächster Nähe verfolgen und Einblicke in Abläufe der modernen Bio-Bierproduktion gewinnen. Der Neubau ergänzt bestehende Angebote wie Führungen und Biergarten, die bereits heute an die Lage im Naturpark Altmühltal anknüpfen. Geschäftsführer Maximilian Krieger spricht davon, mit dem Einbau der Tanks die technischen Voraussetzungen für eine effiziente, transparente und zukunftsfähige Bierproduktion zu schaffen. Die Investition ist Teil einer langfristigen Strategie, die Produktion, Energieversorgung und regionale Verankerung aufeinander abstimmen soll.

Historische Bierstile in Bioqualität

Das Sortiment der Brauerei ist eng mit dem Standort verknüpft. Riedenburger setzt neben Gerste und Weizen auf Urgetreide wie Emmer, Dinkel und Einkorn, die auf Feldern im Umland angebaut werden und als Antwort auf klimatische Veränderungen gelten. Biere wie das Historische Emmerbier oder verschiedene Dinkel- und Urgetreidebiere werden unfiltriert abgefüllt und betonen Malzcharakter und Getreidenoten, was sie für Konsumenten attraktiv macht, die sich an der Craftbier-Bewegung orientieren. Der Vertrieb erfolgt über Bio-Fachhandel, ausgewählte Getränkehändler, den Lebensmitteleinzelhandel und den Online-Shop, wodurch die Biere über die Region hinaus verfügbar sind.

Besondere Aufmerksamkeit richtet das Unternehmen auf alkoholfreie Biere, die im deutschen Markt an Bedeutung gewinnen. Handel und Verbände verweisen darauf, dass alkoholfreie Sorten ihren Umsatzanteil in den vergangenen Jahren deutlich steigern konnten, während der gesamte Bierabsatz zurückging. Riedenburger bietet alkoholfreie Varianten klassischer Stile sowie alkoholfreie Urgetreidebiere an, darunter ein naturtrübes Dinkelbier, das mit Noten von Sommergetreide und Nüssen beschrieben wird. Zum Jahresbeginn 2026 kamen ein Dunkel Alkoholfrei und ein Dunkel-Radler Alkoholfrei hinzu, die das alkoholfreie Angebot verbreitern und zugleich Geschmacksrichtungen aufgreifen, die in der Craftbier-Szene etabliert sind.

Die Kombination aus Bio-Rohstoffen, Urgetreide und alkoholfreien Interpretationen traditioneller Stile verschafft der Brauerei Sichtbarkeit in einem Marktsegment, in dem sich kleinere Marken über Profil und Herkunft positionieren. Der Neubau in Riedenburg soll nach Darstellung des Unternehmens die strukturellen Voraussetzungen schaffen, dieses Profil zu halten und bei Bedarf auszubauen.

https://www.riedenburger.de/neubau/