VIDEO: Bierpapst präsentiert den Bierguide Nummer 21

von Conrad Seidl 18/05/2020
Nachrichten
VIDEO: Bierpapst präsentiert den Bierguide Nummer 21

Auf nichts haben sich die österreichischen Bierfreunde in den vergangenen 70 Tagen so sehr gefreut wie auf das Aufsperren der Lokale, in denen man ein gepflegtes Bier genießen kann. Jetzt geht es für viele Gäste darum, den versäumten Genuss nachzuholen – und der BIER GUIDE 2020 versucht, wie schon in den vergangenen 20 Jahren den Gästen den Weg zu jenen Gastronomiebetrieben zu weisen, wo sie verlässlich Biergenuss finden können.

Das Angebot ist  nach dem Neustart der Gastronomie im Frühjahr 2020 besser als je zuvor: Überall hat die Brauwirtschaft frische Fässer an frisch gereinigte Bierleitungen geliefert – und überall gibt es motivierte Gastronomen, die die Bierfreunde willkommen heißen und ihnen Bier in der ersehnten Qualität anbieten.

Meine Empfehlung ist, es sich nicht verdrießen zu lassen: Es mag ja ungewohnt sein, dass man in den nächsten Wochen eine Maske aufsetzen muss, wenn man auf ein Bier geht, es mag ungewohnt sein, dass man das freundliche Lächeln der Kellnerinnen und Kellner hinter deren Maske nur erahnen kann und erst recht ungewohnt ist es, dass man sein Bier am Tisch trinken muss und nicht an der Bar stehen darf. Das alles mindert nicht den Genuss – den Biergenuss, wie wir ihn in den vergangenen zwei Monaten so schmerzlich vermissen mussten. Der BIER GUIDE 2020 widmet sich genau diesem Thema: Dem Genuss von Bier in der österreichischen Gastronomie.

In seiner 21. Ausgabe stellt der BIER GUIDE auf 434 Seiten die wichtigsten Bierinnovationen vor, zudem die Besichtigungs- und Ab-Hof-Verkaufsangebote der Brauereiszene und natürlich wieder rund 1100 Bierlokale.

Wie immer gibt es einen einleitenden Essay, der sich heuer dem Hopfenanbau und der Hopfenzüchtung widmet. Dabei wird einem in Österreich wenig beachteten Aspekt der neuen Craftbier-Kultur nachgespürt: Ohne die Forschungen und Züchtungsversuche des Niederösterreichers Alfred Haunold gäbe es die Hopfensorte Cascade nicht. Der Cascade und seine Verwandten haben es den Brauern erst ermöglicht, die Biervielfalt der letzten Jahre zu entwickeln.

Diese Vielfalt wird auch von den mehr als zwei Dutzend Bierinnovationen repräsentiert, die im BIER GUIDE ausgezeichnet wurden. Ausgezeichnet wurden unter anderem:

* Das Bourbon Berliner – ein in Eichenfässern gereiftes Sauerbier nach Berliner Art von der Brauerei Bierol in Schwoich bei Kufstein

* Das Don Marillo – ein holzfassgereiftes Fruchtbier, das die  Craftbierbrauer von Brew Age in Wien mit Kveik-Hefe vergoren haben.

* Das Gesellenstück – ein Altbier, mit dem Christian Harringer in der Bierschmiede am Attersee seine Lehre als Bierbrauer abgeschlossen hat.

* Das Hell Berry – ein Red India Ale, das im Ottakringer Brauwerk Wien entstanden ist.

* Das Honey Bane – ein Gewürzbier mit Honig und Zirbe von den Drei Prinzen in Bad Ischl

* Das Melon Blanc – ein Brut IPA aus der ganz neuen Noom-Brauerei in Riegersburg

* Die Schwarze Tinte – ein in mehreren Versionen erhältliches Stout aus der Dietrachtinger Brauerei im Innviertel

* Das Omes Pale Ale – ein in Lech am Arlberg gebrautes Ale direkt aus dem Vorarlberger Bierlokal des Jahres.

* Das Kimchi-Porter – das wahrscheinlich ungewöhnlichste Bier des Jahres aus der 1516 Brewing Company, die tatsächlich Kimchi verbraut.

Ab jetzt arbeite ich schon wieder an der 22. Ausgabe, sammle eigene Erfahrung und die Berichte von Freunden und Freundinnen, Leserinnen und Lesern. Seit mehr als zwei Jahrzehnten bekomme ich als Autor des Bier Guide Post mit Verbesserungs- und Ergänzungsvorschlägen – anfangs oft noch als Fax, meist per E-Mail und oft (vor allem, wenn eine Flasche Bier zu Verkostungszwecken beiliegt) auch ganz herkömmlich vom Briefträger. Oft sind es sehr erfreuliche Nachrichten – etwa in der Art: „Hast Du schon gehört? In meiner Nachbarschaft hat ein ganz tolles neues Bierlokal aufgesperrt!“ Oder, mindestens so erfreulich: „Wir haben eine neue Brauerei aufgesperrt – magst Du nicht gelegentlich vorbeikommen?“ Ja, danke, gerne.

Der Bier Guide lebt davon, dass sich Leute melden, die gute Nachrichten aus der Bierszene mit uns teilen. Und er lebt auch von der Kritik seiner Leser. Denn so euphorisch manche Bierpioniere vermelden, dass sie ein neues Lokal oder eine neue Brauerei gegründet haben, so ungern vermelden sie, dass es eben doch nicht geklappt hat – wer schreibt schon gerne: „Hast Du schon gehört? Ich sperre meine Brauerei wieder zu!“ oder „Ich war zwar bemüht, bin aber trotzdem pleite“? Da ist es hilfreich, wenn Leser des Bier Guide sich melden und die traurige Botschaft übermitteln.

Damit das Neue eine Chance hat, braucht es aber auch die Bereitschaft der Gäste, das Neue zu probieren. Schreiben Sie mir, wo es Ihnen geschmeckt hat, egal, ob in neuen oder alteingesessenen Lokalen – und wo Sie vielleicht enttäuscht waren. Teilen Sie Ihre Erfahrungen – und Ihre Geheimtipps! Und jetzt: Herzliches Prost! 

 

Conrad Seidl

Bierguide2021@gmx.at