Alkohol: 7,5 % ABV
Der Bierstil „Imperial Stout“ ist in den letzten Monaten einer kritischeren Betrachtung unterzogen worden – nicht nur, aber wahrscheinlich auch wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Zar Peter der Große (1672-1725) soll den Stil in England kennengelernt haben; in anderen Erzählungen war es Zarin Katharina II (1729-1796). Letztere war nie in England, sie hat aber die englische Dominanz im Ostseehandel eingedämmt, was darauf hinweist, dass englisches Bier (neben solchem aus Deutschland, Zerbster wird immer wieder erwähnt) möglicherweise an ihrem Hof getrunken wurde. Peter ist aus dem Rennen, weil sein Englandaufenthalt auf das Jahr 1698 datiert – also etwa zwei Jahrzehnte, bevor schlankes Porter und dessen vollmundigere (engl. „stout“) Varianten in England populär wurden. Soweit man inzwischen weiß, begann die Londoner Barclay’s Brewery erst 1931 als Allererste, ein Bier „As brewed for the Tsars of Russia“ als „Russian Imperial Stout“ zu vermarkten. Zu einer Zeit also, als Russland in der Sowjetunion aufgegangen war. Ein besonders starkes Bier „Imperial“ zu benennen, ist etwa 110 Jahre älter – 1810 wurde die Bezeichnung so im Caledonian Mercury verwendet. Jetzt also auch in Kaltenhausen: Ihr Imperial Stout ist von sehr dunklem Braun, hat einen dichten, cremefarbenen Schaum und einen Duft nach Kakao. Mild und weinig ist es im Antrunk mit einer deutlichen Alkoholnote. Man schmeckt bei aller Vollmundigkeit kaum Süße und wird zu einem schokoladig-herben, etwas an Whisky erinnernden Nachtrunk geleitet.