BrauBeviale 2026

Veranstaltung
BrauBeviale 2026
BrauBeviale 2026 I © YONTEX GmbH & Co. KG
Beginn
10/11/2026
09:00
Ende
12/11/2026
18:00
Messezentrum, 90471 Nürnberg
mit Eintrittskarte
Öffentlich

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette stehen europäische Getränkehersteller vor einer ganzen Reihe an konkreten Aufgaben und Investitionsentscheidungen. Auf der BrauBeviale in Nürnberg zeigen die Aussteller vom 10. bis 12. November 2026 die Lösungen dafür. Beispiele reichen von neuen Fermentationsprozessen und alkoholfreien Produkten über Wasseraufbereitung und Reinigungstechnik bis zu leichteren Mehrwegverpackungen. 

769 Aussteller aus 34 Ländern zeigen in acht Hallen, was die Getränkewirtschaft heute bewegt. Rund die Hälfte von ihnen kommt aus dem Ausland. Die Hallenstruktur bildet die Prozesskette ab und führt von Prozess- und Produktionstechnik über Abfüllung und Verpackung bis zur Logistik. Ihre Lösungen richten sich an Brauereien ebenso wie an Weingüter und Hersteller alkoholfreier Getränke. Im Mittelpunkt steht immer die praktische Umsetzung im Betrieb. 

Neue Möglichkeiten auf bestehender Infrastruktur 

Neue Geschäftsfelder brauchen nicht zwangsläufig eine komplett neue Produktion. Das zeigt ein Konzept, das bestehende Brauereistandorte für weitere fermentative Lebensmittel nutzbar machen soll. Viele Brauereien verfügen bereits über geeignete technische Anlagen und über Personal mit Erfahrung in biologischen Prozessen. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich diese Infrastruktur auch für andere Produkte einsetzen. 

Eine modulare Bypass-Lösung erweitert dafür vorhandene Tanks um zusätzliche Prozessfunktionen. Eine externe Einheit übernimmt sterile Belüftung, Dosierung, pH- und Temperaturregelung, Inline-Messungen sowie die Erfassung und Automatisierung der Prozessdaten. So lassen sich geeignete Tanks flexibel anbinden, ohne jeden Behälter einzeln technisch aufrüsten zu müssen. 

Alkoholfrei entlang der Prozesskette 

Auch der Markt für alkoholfreie Getränke eröffnet Herstellern neue Möglichkeiten für ihr Sortiment. Eine auf der BrauBeviale gezeigte Anlage kombiniert beispielsweise Nanofiltration mit fraktionierter Vakuumdestillation, um den Alkoholgehalt in fermentierten Getränken zu reduzieren. Zunächst trennt die Nanofiltration Wasser und Ethanol von komplexeren Bestandteilen wie Zucker, Säuren, Polyphenolen und Aromen. Anschließend wird der ethanolreiche Anteil unter Vakuum destilliert. Wasser und flüchtige Aromen lassen sich zurückgewinnen und dem Produkt wieder zuführen. Das Verfahren eignet sich unter anderem für Bier, Wein sowie Cider und ermöglicht Alkoholgehalte von unter 0,5 Volumenprozent. Insbesondere alkoholfreie Biere stellen neue Anforderungen an Ausschank und Hygiene. Eine Schanklösung setzt deshalb auf eine Getränkeleitung, die mit jedem Fasswechsel ausgetauscht wird. Die klassische Leitungsreinigung entfällt. Gleichzeitig soll das System das Risiko einer bakteriellen Kontamination senken. 

Wasser, Energie und Reinigungsmittel gezielter einsetzen 

In Lebensmittel- und Getränkebetrieben fallen Wasserströme mit sehr unterschiedlichen Qualitäten an. Ein Kreislaufkonzept greift diese Herausforderung auf: Es trennt die unterschiedlich belasteten Wasserströme und bereitet sie gezielt für die erneute Nutzung auf. Dafür kombiniert das System unter anderem biologische Verfahren, Ultrafiltration und Umkehrosmose. Je nach Standort, Anforderungen und Validierung lässt sich das zurückgewonnene Wasser anschließend etwa für Kühltürme, die Kesselnachspeisung, ausgewählte Spül- und Reinigungsaufgaben oder als anderes Betriebswasser nutzen. So sinkt der Bedarf an Frischwasser. 

Auch beim Reinigen von Tanks lässt sich der Ressourceneinsatz reduzieren. Rotierende Schwallreiniger brauchen gegenüber statischen Systemen weniger Zeit und Reinigungsmittel. Das Problem: Fällt die Rotation während des Reinigungsprozesses aus, kann dies unbemerkt bleiben. Eine neue patentierte Sensorlösung soll genau das verhindern. Mehr als 1.000 optische Messungen pro Minute erfassen berührungslos, ob der Reinigungsschwall tatsächlich rotiert. Damit soll sich die Technik auch dort einsetzen lassen, wo Anforderungen an Prozess- und Produktsicherheit bislang für statische Systeme gesprochen haben. 

Weniger Gewicht, mehr Umläufe 

Veränderungen bei der Verpackung können mehrere Ziele zugleich erreichen. Ein Beispiel sind thermisch gehärtete Mehrwegflaschen aus Leichtglas. Sie sind nach Herstellerangaben bis zu 30 Prozent leichter als herkömmliche Mehrwegflaschen. Zugleich soll ihre höhere Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb die Lebensdauer verlängern. Weniger Gewicht verringert zudem den Aufwand beim Transport. Die Technologie steht inzwischen vor dem Übergang in die serielle Großproduktion.

Wie stark bereits einzelne Gramm ins Gewicht fallen können, zeigt eine weitere Neuentwicklung für den Weinmarkt. Eine klassische 0,75-Liter-Rheinweinflasche wurde bei unveränderten Abmessungen auf 350 Gramm reduziert. Nach Herstellerangaben ist sie damit derzeit die leichteste Rheinweinflasche Europas. Rund 80 Prozent des Materials bestehen aus Recyclingglas. 

Drei Tage für konkrete Fragen – und konkrete Lösungen 

Neue Produkte auf bestehenden Anlagen herstellen, weniger Wasser verbrauchen, Reinigungsprozesse sicherer machen oder Verpackungen leichter gestalten: Die Aussteller in Nürnberg greifen Fragen auf, die in vielen Betrieben längst konkret sind. Genau hier versteht sich die BrauBeviale als Arbeitsmesse. Getränkehersteller treffen von 10. bis 12. November 2026 in Messezentrum Nürnberg auf Anbieter, vergleichen Lösungen und besprechen, was sich im eigenen Betrieb umsetzen lässt. Weitere Informationen dazu gibt es unter braubeviale.com.