Nürnberg - Mitte Juli wurde vermeldet, dass weltweit weniger Bier getrunken wird. Ein genauerer Blick auf die Daten des BarthHaas-Berichts, der jährlich die Entwicklung der Brauwirtschaft untersucht, zeigt allerdings deutliche Unterschiede: Afrika erweist sich aufgrund seiner relativ jungen Bevölkerung seit vielen Jahren als Hoffnungsmarkt für Bier - und wurde seinem Ruf mit einem Plus von 2,6 Prozent (von 162,52 Millionen Hektoliter auf 166,69 Millionen hl) erneut gerecht.
Das bedeutendste Bierland auf dem Kontinent ist Südafrika, wo eine Million Hektoliter dazugekommen ist - 38 Millionen hl wurden 2025 dort gebraut. In der Liste der großen afrikanischen Bierländer folgen Nigeria mit 20 Millionen hl, Angola mit 15,71 Millionen hl und Äthiopien mit 14,5 Millionen hl.
Alle anderen Kontinente verzeichneten Rückgänge.
Den relativ stärksten Verlust verbuchten die Brau-Statistiker auf dem im Weltmaßstab recht kleinen Biermarkt von Australien und Ozeanien - ein Rückgang von 2,4 Prozent dort entspricht allerdings nur einer knappen halben Million Hektoliter.
Den zweitstärksten Rückgang gab es in Europa mit minus 1,6 Prozent. Maßgeblich hierfür waren insbesondere deutliche Rückgänge in Deutschland (minus 4,7 Millionen hl) und Polen (minus 2,5 Millionen hl). In Asien sank der Ausstoß um 7,4 Millionen hl. Zwar konnte Indien seine Produktionsmenge um 2,3 Millionen hl steigern, dem standen jedoch Rückgänge von 2,3 Millionen hl in China und jeweils über 1 Million hl in Myanmar, Japan, Vietnam und Südkorea gegenüber. Macht für Asien netto ein Minus von 1,2 Prozent. Auch für Amerika wird ein Minus von 0,4 Prozent verbucht.
Auch hier gilt es, zu unterscheiden: In Nordamerika gab es Rückgänge - speziell in den USA (minus 9,6 Millionen Hektoliter, das entspricht der gesamtem österreichischen Bierproduktion). In Lateinamerika aber lief es sehr gut: Positive Entwicklungen gab es in Brasilien (plus 3,7 Millionen hl) und Mexiko (plus 2,9 Millionen hl). Mexiko ist inzwischen ein bedeutendes Exportland - in den USA werden jährlich mexikanische Biere im Wert von mehr als 6 Milliarden Dollar konsumiert. Die wert- und mengenmäßig bedeutendsten Marken sind Modelo und Corona (beide gehören ABInbev) sowie Dos Equis, Sol und Tecate (diese Marken gehören Heineken).
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