Ried im Innkreis - Der Tourismusverband im Innviertel zieht nach dem jüngsten Biermärz eine positive Bilanz und sieht das Profil der Region als Bierdestination weiter gefestigt. Zwar liegen die Nächtigungszahlen in einigen Orten noch unter früheren Höchstständen, doch die Auslastung während der Veranstaltungswochen im März wird von Betrieben als erfreulich stabil beschrieben. Auffällig ist, dass der Biermärz nicht nur Tagesgäste aus dem oberösterreichischen Umland anzieht, sondern zunehmend auch Besucher, die ein verlängertes Wochenende oder mehrtägige Arrangements buchen.
Der „Innviertler Biermärz“ machte nach Angaben der Organisatoren auch heuer „aus dem müden Monat März vier Wochen voller spannender Veranstaltungen und genussreicher Momente“. Was anfangs vor allem Gäste von auswärts anzog, gilt inzwischen vielen Einheimischen als „Frühlings-Fixstern“ im regionalen Veranstaltungskalender. Die Projektverantwortliche der Bierregion Innviertel, Andrea Eckerstorfer, hält fest: „Der Biermärz ist angekommen. Das sieht man schon allein daran, dass mehr als ein Dutzend Veranstaltungen vom Fleck weg ausverkauft waren.“
Anlässe für eine schwächere Zeit schaffen
Im Mittelpunkt der Reihe steht weiterhin das Innviertler Bier, gebraut von den zehn Privatbrauereien der Bierregion Innviertel, die den Monat als Bühne für ihr Sortiment nutzen. Neben klassischen Brauereiführungen und Verkostungen tritt ein dichtes Programm aus Konzerten, Lesungen, Führungen und kulinarischen Abenden. Der Tourismus versucht damit, den Monat März, der im ländlichen Raum traditionell als eher ruhige Zeit gilt, mit planbaren Anlässen zu füllen.
Einen besonderen Akzent setzte heuer der Schwerpunkt Wirtshauskultur. Als „Rückgrat der launigen Reihe“ gilt neben den Brauereien die Gastronomie, der ein eigener thematischer Fokus gewidmet war. In der Diskussion „Zukunft Wirtshaus“ wurden Chancen und Risiken für die Gastronomie im ländlichen Raum erörtert; Schauplatz war das neu fertiggestellte Lokal des Unternehmers Andreas Fill in Gurten. Mit am Podium saß die Fotografin Karo Pernegger, deren Bilder ehemaliger Innviertler Wirtshäuser bis 12. September im Museum Innviertler Volkskundehaus in Ried im Innkreis zu sehen sind.
Neue, zielgruppengerechte Angebote
Neben traditionell gut besuchten Formaten – etwa den Brauereiführungen, der Biergala im Loryhof in Wippenham oder der Eröffnung im Braugasthof Wurmhöringer in Altheim – experimentierte die Bierregion erneut mit ungewöhnlichen Angeboten. Die Privatbrauerei Schnaitl in Gundertshausen lud zu einem Flohmarkt, die ausschließlich weiblich besetzte „Zeche Hinterfotzing“ zum „Ziaga“ durch Ried. Auf der Soccergolf-Anlage in Handenberg begegneten einander „Bier & Ball“, im Landhotel Gasthof Bauböck wurde das Andorfer Jubiläumsbier „A 26“ präsentiert. Solche Formate sollen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und zugleich den Ortsbezug der Veranstaltungen betonen.
Touristiker verweisen darauf, dass Biermärz-Angebote zunehmend mit Nächtigungsleistungen kombiniert werden. Thermenaufenthalte, Wirtshausabende und Bierverkostungen lassen sich dabei zu Paketen bündeln, die für Besucher aus dem übrigen Österreich und dem benachbarten Bayern interessant sind. Für Beherbergungsbetriebe bietet der Veranstaltungsmonat die Möglichkeit, die Auslastung zwischen Wintersaison und Frühlingsbeginn zu glätten.
Langfristiger Aufbau und Planung für 2027
Aus Sicht der Bierregion steht hinter dieser Entwicklung eine längerfristige Aufbauarbeit. „14 Jahre nach Gründung der Bierregion und ebenso vielen Biermärz-Saisonen können wir eins mit Sicherheit sagen: Das Miteinander trägt Früchte“, fasst Andrea Eckerstorfer die Kooperation von Brauereien, Gastronomie und Tourismus zusammen. Das gemeinsame Auftreten erleichtere die Vermarktung der Region als zusammenhängendes Angebot, das über einzelne Betriebe hinausreicht.
Die Planungen für den Biermärz 2027 laufen bereits, wie die Verantwortlichen mitteilen. Inhaltlich dürfte der Fokus auf der Verzahnung von Wirtshauskultur, regionaler Küche und Bierstil-Vielfalt bleiben, während touristisch die stärkere Bindung von Nächtigungsgästen angestrebt wird. Im Innviertel rechnet man damit, dass der Biermärz den März auch in den kommenden Jahren als festen Bestandteil des touristischen Jahreslaufs sichert.