Billa setzt künftig auf leichtere Biere

von Conrad Seidl 23/07/2026
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Billa setzt künftig auf leichtere Biere

Wien - Die Supermarktkette Billa positioniert ab Ende Juli Biere mit geringerem Alkoholgehalt gesondert - denn zwischen den Bieren normaler Stärke würden solche Biere zu wenig auffallen, meint Kategorie-Manager Mike Neureiter. Während alkoholfreies Bier mittlerweile fixer Bestandteil vieler Einkaufswagerl ist, gibt es für alle, die zwar weniger Alkohol, aber dennoch ein „richtiges Bier“ wollen, bisher nur wenige Angebote. Aus der Konsumentenforschung sei aber bekannt, dass Bierfreunde 60+ gerne viel Bier, gleichzeitig aber weniger Alkohol trinken würden. Da biete sich die Kategorie der Leichtbiere an.

Diese hatte allerdings im deutschen Sprachraum lange Zeit einen schweren Stand - was auf ein Missverständnis zurückzuführen ist. Denn deutsche und österreichische Brauereimanager entdeckten in den 1980er Jahren, dass in den USA die Kategorie "Light" zunehmend erfolgreich war. Was sie übersehen haben: "Light" bezeichnet dort nicht Biere mit weniger Alkohol, sondern Biere mit weniger Kohlenhydraten und weniger Vollmundigkeit - das entsprach der seinerzeit auch bei uns üblichen Kategorie der Diätbiere. Tatsächlich ist das Bier, das die "Light"-Bierwelle in den USA angeführt hat, auf Basis eines Diätbier-Rezepts der früheren Rheingold-Brauerei aus New York entwickelt und von der Peter Hand Brewing Company in Chicago 1967 als "Meister Brau Lite" eingeführt worden. 

Miller Brewing in Milwaukee erkannte das Potenzial des Begriffs, erwarb die Marke und führte 1972 "Miller Lite" ein, das 1975 in den gesamten USA ausgerollt wurde. Millers Lite ist mit 4,2 Prozent Alkohol allerdings nur unwesentlich leichter als Millers damalige Hauptmarke "Miller Genuine Draft" (MGD) mit 4,7 Prozent. Eine Dose (0,355 Liter) des Lite hat allerdings nur 96 kcal gegenüber den 150 kcal des MGD.

In Österreich wurde vor 40 Jahren als erstes Leichtbier das "Möven" der damaligen BrauAG eingeführt - es schmeckte wie ein verdünntes Vollbier und war kein Erfolg. Dennoch wurde Leichtbier als Kategorie in den Biercodex aufgenommen - die rechtlich verbindliche Definition in Österreich zeigt, dass auch die Behörde etwas anderes unter Leichtbier versteht als das amerikanische Verständnis vorgibt. Im Österreichischen Lebensmittelbuch, Codex Alimentarius Austriacus, Kapitel B 13 „Bier“" wird ausschließlich über den Alkoholgehalt definiert: "Bier wird nach seinem Alkohol‑ bzw. Stammwürzegehalt in Kategorien eingeteilt und mit folgenden Sachbezeichnungen versehen: ... Leichtbier – nicht mehr als 3,7 Vol.%" Bis 1990 stieg der Ausstoß von Leichtbier auf 130.000 Hektoliter, das war damals ein Marktanteil von 1,4 Prozent. 

Es bedurfte mehrerer Anläufe, bis die Kategorie - zeitweise als "Medium" bezeichnet - halbwegs Fuß fassen konnte. Dennoch ging der Markanteil kontinuierlich zurück. Schon im Jahr 2000 gab es nur noch 58.400 Hektoliter Leichtbier, obwohl damals bereits einige leichte Weizenbiere auf dem Markt waren, die geschmacklich wesentlich besser waren als die ersten Versuche mit "leichten" Märzenbieren. 

Zuletzt gab es allerdings eine Trendwende: Für die vergangenen beiden Jahre weist der österreichische Brauereiverband eine Verdoppelung des Leichtbierabsatzes (wenn auch auf sehr bescheidenem Niveau von 0,1 Prozent Marktanteil) aus. 

2025 wurden österreichweit 10.800 Hektoliter Leichtbier gebraut - doch bei Billa ist man überzeugt, dass sich das stark steigern lässt. Mit drei Brauereien - Stiegl, Ottakringer und Hirter - wurde die Produktentwicklung vorangetrieben, auch andere leichte Biere sollen künftig bei Billa in einer eigenen Präsentation vertrieben werden. Die Brauereien sehen im Handelsunternehmen einen Partner, der Innovationen sichtbar macht und neue Konsumtrends aktiv vorantreibt. Mit seinem flächendeckenden Filialnetz, hoher Reichweite und gezielter Kommunikation schafft Billa die Voraussetzungen, um Leichte Biere aus der Nische in die Mitte des Marktes zu holen.

 "Unser Ziel ist es, Innovationen direkt erlebbar zu machen – mit vollem Geschmack und weniger Alkohol“, sagt Kai Pataky, Billa Vorstand Vertrieb. Zum Start der neuen Kategorie gibt es außerdem ein großes JÖ-Gewinnspiel: Unter dem Motto „Leichte Biere, starker Charakter - besuche DEINE Brauerei“ werden österreichweit 1.000 Brauereiführungen sowie 30.000 Flaschen der neuen leichten Biere als Sofortgewinne verlost.
 

www.billa.at