Hobbybrauer Daniel Martini braute besten Weizenbock

von Conrad Seidl 22/09/2026
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Hobbybrauer Daniel Martini braute besten Weizenbock

Stralsund - Daniel Martini aus Großhansdorf in Schleswig-Holstein hat die zehnte Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer gewonnen. Sein heller Weizenbock setzte sich am 5. September im Brauquartier der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund gegen 211 weitere eingereichte Biere durch. Damit ging der Titel eines Wettbewerbs, der ausdrücklich einen bayerisch geprägten Weizenbierstil zum Gegenstand hatte, in den Kreis Stormarn, in die Metropolregion Hamburg. Die Jury aus Brauern und Bierexperten votierte einstimmig für die von Martini eingereichte Probe. Conrad Seidl, Autor des Bier Guide Austria, war das einzige internationale Mitglied dieser Jury.

Der Preis für Martini besteht nicht allein aus Titel und Pokal. Sein Rezept soll gemeinsam mit den Braumeistern von Störtebeker im größeren Maßstab umgesetzt werden; der Weizenbock ist nach derzeitigen Angaben für den bundesweiten Handel im Frühjahr 2027 vorgesehen. Damit beginnt für das ursprünglich in kleiner Menge gebraute Bier eine zweite, technische Prüfung: Was im heimischen Sudhaus und bei der Verkostung überzeugt hat, muss sich auch unter den Bedingungen eines gewerblichen Brautags reproduzieren lassen.

Klare Vorgabe für die Hobbybrauer

Der Stil war nicht zufällig gewählt. Ein heller Weizenbock verlangt dem Brauer mehr ab als die Herstellung eines gewöhnlichen Hefeweizens. Seine Stammwürze liegt nach den Wettbewerbsregeln bei 16 bis 17,9 Grad Plato, der Alkoholgehalt zwischen sechs und acht Volumenprozent; die Farbe durfte 25 EBC nicht überschreiten. Zucker, Honig, Früchte und Gewürze waren ausgeschlossen. Die Aufgabe bestand also darin, den Charakter des Bieres aus Malz, Hefe, Wasser und Hopfen zu entwickeln: fruchtige, durch die Weizenbierhefe geprägte Noten, eine spürbare Malzsüße, einen vollen Körper sowie eine Alkoholwärme, die nicht scharf oder brandig wirken darf.

Bei Martinis Bier erkannte die Fachjury Aromen von Birne, Steinobst, Banane und Nelke. In ihrer Begründung verwies sie zudem auf den vollmundigen Körper und die als angenehm empfundene Alkoholwärme. Die Kombination verweist auf das stilistische Spannungsfeld des hellen Weizenbocks: Einerseits prägen Gärungsaromen das Bild, andererseits darf das Bier nicht in eine bloße Bananensüße oder Nelkenwürze auseinanderfallen. Die bayerische Herkunft der Gattung bleibt dabei sichtbar, auch wenn ein Brauer aus Schleswig-Holstein den Wettbewerb für sich entschied.

Martini braut seit vier Jahren - und das Siegerbier des Wettbewerbs war der allererste Weizenbock aus seiner Hobbybrauanlage. Für ihn hatte der Erfolg eine persönliche Seite: „Ich bin unglaublich stolz, diesen Titel zu gewinnen. Weizenbiere sind meine Lieblingsbiere – das macht den Gewinn nochmal umso besonderer“, sagte er nach der Entscheidung. „Jetzt freue ich mich auf den Brautag in Stralsund – und natürlich darauf, das Ergebnis später selbst im Glas zu haben.“

Die Meisterschaft wurde zum zehnten Mal veranstaltet und verzeichnete mit 212 Anmeldungen einen Rekord. Rund 1000 Besucher kamen zum Festival, auf dem neben dem vorgegebenen Stil Weizenbock mehr als 100 Kreationen ausgeschenkt wurden. Die Bandbreite reichte von Bieren mit Aperol über ein Saison mit Lavendel und Zitronenschale bis zu einem Ale mit Matcha. Den Publikumspreis des Kreativbier-Wettbewerbs erhielt die Braugruppe Grotbeck aus Menden für ein IPA mit Blaubeerpüree und Vanille. Der Hauptwettbewerb blieb dagegen der klassischen Rezeptur verpflichtet.

Den zweiten Rang erreichte Christian Steinmeier aus Löhne in Nordrhein-Westfalen, Platz drei ging an Torsten Voss aus Hamburg. Die nächste Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer ist für den 4. September 2027 erneut in Stralsund angekündigt.

https://www.hobbybrauer-meisterschaft.de