Neue Repräsentanten für das Bier aus Bayern

von Conrad Seidl 22/05/2026
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Neue Repräsentanten für das Bier aus Bayern

München - Der Bayerische Brauerbund hat am Donnerstag vor Pfingsten einen neuen Präsidenten und zugleich eine neue Repräsentantin für das bayerische Bier bestimmt. Bei der Mitgliederversammlung in München wurde Stefan Kreisz zum Präsidenten des Verbandes gewählt, zur Bayerischen Bierkönigin 2026/27 kürten die Brauerinnen und Brauer die gelernte Friseurin und bekennende Bierliebhaberin Katharina Kastenmüller aus Dietramszell-Ascholding.

Die Entscheidung fiel im Rahmen der Jahrestagung des Brauerbundes im Löwenbräukeller, zu der Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Brauwirtschaft, der Politik, der Gastronomie, der Landwirtschaft sowie aus Forschungseinrichtungen eingeladen waren. Die Versammlung ist für den Verband ein wichtiger Fixpunkt, weil dort der Vorstand bestellt und die Linie in Branchenfragen abgestimmt wird.

Der bisherige Präsident Georg Schneider VI. hatte den Verband zehn Jahre geführt, bevor er nicht mehr kandidierte. Schneider steht an der Spitze der traditionsreichen Familienbrauerei aus Kelheim und war in seiner Amtszeit mit Themen wie dem Strukturwandel in der Brauwirtschaft, steigenden Kosten und Debatten um Verbraucherschutz und Werbebeschränkungen konfrontiert.

Mit Kreisz übernimmt ein Jurist und Brauerei-Manager die Führung, der bereits in Gremien des Verbandes aktiv war.  Stefan Kreisz fungiert seit April 2023 als Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu Werner Brombach GmbH. Er ist promovierter Braumeister und gilt als "Weißbier-Wissenschaftler". 

Seine neue Funktion als Präsident des Bayerischen Brauerbunds umfasst die Interessenvertretung gegenüber Landes- und Bundespolitik, die Koordination mit anderen Branchenverbänden und die strategische Positionierung des Bayerischen Biers im In- und Ausland.

Parallel zur Neuwahl an der Verbandsspitze wurde die Bayerische Bierkönigin bestimmt. Aus zahlreichen Bewerbungen hatten eine Jury und ein Online-Voting vier Finalistinnen für die Abschlussrunde ausgewählt, in der sich die Kandidatinnen auf der Bühne in München präsentierten.

Eine neue Bierkönigin

Kastenmüller setzte sich dabei in einem mehrstufigen Verfahren durch, das neben dem öffentlichen Auftritt auch Wissen über Rohstoffe, Brauprozesse und Bierstile abfragte. Bei ihrem entscheidenden Auftritt vor fachkundigem Publikum im Löwenbräu-Keller überzeugte sie mit Sachkenntnis, einem unaufgeregten Auftreten und der Fähigkeit, Fragen zu Geschichte und Gegenwart der bayerischen Braukultur präzise zu beantworten.

Die Bierkönigin fungiert als zentrale Figur in der Öffentlichkeitsarbeit des Brauerbundes und ist bei Messen, politischen Empfängen, Eröffnungen und Verkostungen präsent. Der Verband versteht die Rolle als Mischung aus Repräsentanz und Wissensvermittlung, die auch jüngere Zielgruppen für regionale Bierstile und Brautraditionen interessieren soll.

Die bisherige Amtsinhaberin Anna Winkler hatte das Amt ein Jahr lang ausgeübt und wird im Verband als Ansprechpartnerin für Medien und Veranstalterinnen in Erinnerung bleiben. Mit dem Wechsel an der Spitze des Verbandes und bei der Bierkönigin verbindet der Brauerbund die Hoffnung, Kontinuität mit neuen Schwerpunkten in der Branchenkommunikation zu verbinden.

Bei der festlichen Bier-Gala im Anschluss an die Versammlung wurde die Krönung in ein abendfüllendes Programm eingebettet, das von Kostproben verschiedener Brauereien begleitet war. Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft verwiesen in diesem Rahmen auf die Bedeutung regionaler Lieferketten für Malz und Hopfen, während Branchenvertreter die Lage auf dem heimischen Markt und den Export ansprachen.

In den vergangenen Jahren standen viele bayerische Brauereien unter Druck, weil Energiepreise, Rohstoffkosten und der Wettbewerb im Handel zugenommen haben. Gleichzeitig versuchen etliche Betriebe, ihr Profil mit Spezialbieren, alkoholfreien Varianten und Kooperationen mit der Gastronomie zu schärfen, um sich von nationalen und internationalen Marken abzuheben.

Die neue Bierkönigin beginnt ihr Amt in einer Phase, in der die Branche sowohl an traditionellen Bildern als auch an gewandelten Konsumgewohnheiten anknüpfen muss. In ihren ersten Auftritten soll sie Veranstaltungen in Bayern, anderen deutschen Bundesländern und ausgewählten Exportmärkten besuchen, bei denen bayerische Biere vorgestellt werden.

https://bayerische-bierkönigin.de/