Dornbirn - Der 41-jährige Reinhard Feigl setzte sich bei der siebenten Österreichischen Biersommelier-Staatsmeisterschaft in Vorarlberg durch und qualifizierte sich damit für die Weltmeisterschaft 2027. Die Veranstaltung fand am 15. Mai in den Räumlichkeiten der Mohrenbrauerei in Dornbirn beziehungsweise in der Gemeinde Zwischenwasser statt und wurde vom Verband der Brauereien Österreichs und der Doemens Akademie organisiert.
In den nicht öffentlichen Vorrunden hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Reihe sensorischer und theoretischer Aufgaben zu bewältigen. So mussten sie Bierproben hinsichtlich typischer Aromen und möglicher Fehlaromen erkennen, zuordnen und benennen sowie in Blindverkostungen verschiedene Bierstile identifizieren, bevor ein schriftlicher Wissenstest über Rohstoffe, Brauverfahren und Bierkultur folgte. Aus diesen Runden gingen die besten zehn Biersommelièren und Biersommeliers hervor, die sich für das nationale Finale qualifizierten und gleichzeitig das künftige Nationalteam formieren.
Das öffentliche Finale im Vorfeld der Austrian Beer Challenge 2026 bot den Rahmen für die Kür des Staatsmeisters. Auf einer Bühne präsentierten die Finalisten ausgewählte Biere, erläuterten Herkunft, Stiltypizität und sensorische Besonderheiten und hatten dabei sowohl eine Fachjury als auch ein fachkundiges Publikum zu überzeugen. Die Präsentationen sollten zeigen, wie sich sensorische Präzision, sprachliche Vermittlung und Wissen über Brauereien und Bierstile verbinden lassen.
Feigl, der in Wien tätig ist, nutzte diese Bühne, um seine Erfahrung mit österreichischen und internationalen Bierstilen einzubringen und seine Verkostungsbeschreibungen auf ein Publikum jenseits eines rein fachlichen Kreises auszurichten. Nach Angaben der Veranstalter beeindruckte er vor allem durch eine strukturierte Herangehensweise an die Sensorik, eine klare Darstellung der Beurteilungskriterien und eine nachvollziehbare Argumentation bei der Einordnung der Biere. Die Fachjury sah darin den Ausschlag, ihm den Titel des Staatsmeisters zuzuerkennen.
Mit dem Wettbewerb sollte auch die österreichische Mannschaft für die „9th World Championship of Beer Sommeliers 2027“ bestimmt werden, die in einem internationalen Rahmen ausgetragen wird. In alphabetischer Reihenfolge gehören dem Nationalteam Stefan Egermann (Burgenland), Reinhard Feigl (Wien), Thomas Franzke (Wien), Ursula Huber-Kainz (Niederösterreich), Johannes Keller (Wien), Katharina Marterer (Steiermark), Albert Mühlwerth (Vorarlberg), Martin Seidl (Oberösterreich), Julian Selinger (Wien) und Sebastian Voglmayr (Oberösterreich) an. Sie hatten sich in den Vorrunden mit ihren sensorischen Leistungen und ihrem Fachwissen durchgesetzt.
Der Verband der Brauereien Österreichs verfolgt mit der Staatsmeisterschaft das Ziel, die Qualifikation der Biersommeliers zu überprüfen und zugleich die Rolle dieser Berufsgruppe in der Gastronomie und im Handel deutlicher sichtbar zu machen. Biersommeliers sollen als Mittler zwischen Braustätten, Gastronomie und Konsumenten fungieren, indem sie Bierstile erklären, Speisenempfehlungen geben und auf eine sachliche Auseinandersetzung mit Qualität und Herkunft hinwirken. Die Teilnahme an internationalen Wettbewerben gilt in diesem Zusammenhang als Möglichkeit, die Position des österreichischen Biermarktes im internationalen Umfeld zu behaupten.
Die Wahl des Austragungsortes in Vorarlberg knüpfte an die Zusammenarbeit mit der Mohrenbrauerei in Dornbirn an, die seit längerem in der Ausbildung von Biersommeliers engagiert ist. Für die österreichische Mannschaft beginnt mit der Nominierung die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, bei der ähnliche Prüfungsformate wie bei der Staatsmeisterschaft zu erwarten sind - und die zum zweiten Mal in Österreich (dem Vernehmen nach in der Bundeshauptstadt) stattfinden wird. Die Teilnehmer werden sich auf internationale Bierstile, sensorische Feinheiten und Präsentationstechniken einstellen müssen, um im internationalen Feld bestehen zu können.
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