Privatbrauer feiern drei Tage lang ihre Unabhängigkeit

von Conrad Seidl 10/03/2025
Nachrichten
Privatbrauer feiern drei Tage lang ihre Unabhängigkeit

Wien - Die konzernfreien österreichischen Brauereien machen neuerlich gegen die Marktmacht des Heineken-Konzerns mobil. Am Wochenende nach Ostern - 25.-27. April - werden die 45 im Verein der Unabhängigen Privatbrauereien mit jeweils eigenen Aktionen darauf verweisen, dass sie vom Marktführer (aber auch voneinander) unabhängig sind. Im ganzen Land öHnen die Mitglieder der Privatbrauereien ihre Tore und laden Bierfans ein, die Vielfalt heimischer, handwerklich gebrauter Biere zu feiern. Besucher erwartet ein buntes Programm mit Verkostungen, Brauereiführungen und Gewinnspielen – von Vorarlberg bis ins Burgenland.

In den Mittelpunkt stellen sie dabei das Thema „Österreichische Privatbrauerei – 100 % unabhängig“, das für echtes Handwerk und österreichische Wertschöpfung steht. Wobei der Begriff Handwerk angesichts der sehr unterschiedlichen Größen der Mitgliedsbetriebe natürlich ein sehr weit gefasster Begrifft ist. 

Dahinter steckt ein Problem, das Konsumenten nicht so leicht verständlich zu machen ist: Große Brauereikonzerne können auf dem Markt ganz anders agieren als kleine Unternehmer. Das beginnt beim Einkauf von Rohstoffen, Flaschen und Verbrauchsmaterial - große Kunden können da bessere Preise verhandeln. Auf der anderen Seite ist es für Großproduzenten auch leichter, ihre Waren in Supermarktregalen und der Gastronomie unterzubringen. Die Konditionen, unter denen ein Konzern produzieren und verkaufen kann, sind für kleinere Mitbewerben einfach nicht drin. 

Leichter zu kommunizieren ist die Vielfalt, die durch die unterschiedlichen Klein- und Mittelstandsbetriebe gewährleistet wird. „Unsere Biere sind keine Einheitsware, sondern Ausdruck echter Braukultur“, betont Hubert Stöhr, Obmann des Vereins und Geschäftsführer der Brauerei Schloss Eggenberg in Oberösterreich. Sein Ziel ist es, Privatbrauereien zu stärken und Orientierung sowie Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen. 

Viele Aktionen - auch beim Bierpreis

Dabei zeigen die Brauer untereinander Solidarität: So kann sich das kleine Wimitzbräu am 26. April auf dem Gelände der viel größeren Hirter Brauerei mit einem eigenen Stand präsentieren. Hier kann man sich von der Vision und der Leidenschaft der Kärntner Bierbrauer inspirieren lassen und die „gefährlich” ehrlichen, unverfälschten Biere verkosten, heißt es auf der Website.

Die Schremser Brauerei verlost anlässlich des Unabhängigkeitstages über Social Media 7 x 2 Tickets für einen exklusiven Workshop mit anschließendem Mittagessen. Beim Mitbewerber im nahen Zwettl sind es sogar 25 Plätze für Brauereiführungen und anschließendem Quiz mit Preisen und Goodies im Wert von € 370,- Und im Mühlviertel eröffnet die Wartberger Brauerei erstmals ihren Taproom.

Die Trumer Brauerei bietet sogar das Experiment eines Beer&Food-Pairings an.

In etlichen Mitgliedsbetrieben gibt es auch das, was leider vielen Kundinnen und Kunden als allererstes in den Sinn kommt - und vielen Gastronomen sauer aufstößt, nämlich Preisaktionen (von denen Fassbier für die Gastronomie ausgeschlossen ist). 

Das volle Programm findet man hier:
https://privatbrauereien.at/news/dritter-unabhaengigkeitstag-der-oester…